Verborgene Schätze an der Saale entdecken!
Samstag, 07. März 2026, 16.00 Uhr
Am Samstag, den 07. März 2026, lädt die Stiftung Kirchen bewahren um 16.00 Uhr zu einer besonderen Entdeckungsreise in die faszinierende Welt der historischen Johanneskirche in Joditz ein. Unter dem Motto „Perle an der Saale“ werden die Besuchenden eine eindrückliche Führung erleben, geleitet von der erfahrenen Heimatkundlerin Loni Reißer. Begleitet wird die Führung von inspirierenden Orgel-Hörproben begleitet, präsentiert von Waltraud Resch an der historischen Kirchenorgel.
Eine Kirche mit jahrhundertelanger Geschichte
Das Dorf Joditz, idyllisch im Saaletal zwischen Hof und Münchberg gelegen, blickt auf eine außerordentlich reiche kirchliche Geschichte zurück. Die Johanneskirche – geweiht dem Heiligen Johannes dem Täufer – gehört zu den ältesten Gotteshäusern der Region und zählt als eines der bedeutendsten Kulturdenkmäler Oberfrankens. Bereits im Mittelalter war Joditz ein wichtiger Kirchort: Urkundlich belegt sind Verbindungen zur kirchlichen Organisation des frühen Mittelalters, und es gilt als wahrscheinlich, dass an diesem Ort bereits im 11. oder 12. Jahrhundert ein Gotteshaus stand. Joditz gehörte zur Urpfarrei des Hofer Landes und war über Jahrhunderte ein seelsorgerisch bedeutsames Zentrum des Saale-Gebietes.
Der heutige Bau trägt die Spuren vieler Jahrhunderte: Der gotische Kern mit seinem charakteristischen Chorgewiölbe entstand im späten Mittelalter und legt Zeugnis ab von der handwerklichen Meisterschaft mittelalterlicher Bauleute. Im Laufe der Jahrhunderte erfuhr das Gebäude mehrfache Umgestaltungen – im Geiste der jeweiligen Epoche, sei es des Barocks oder späterer Stile – ohne dabei seinen gewachsenen Charakter als organisches Zeugnis des Glaubens einzubüßen. Joditz war zudem bekannt als Geburts- und Wohnort des Dichters Jean Paul Friedrich Richter (Jean Paul), der hier in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts seine prägenden Kindheitsjahre verbrachte und dessen Erinnerungen an die Saalelandschaft sein literarisches Werk durchziehen.
Ein Blick ins Innere – Kunst, Glaube und Geschichte
Bereits beim Betreten der Johanneskirche offenbart sich eine erstaunliche Fülle an kunstvollen Details. Die Führung durch Loni Reißer lenkt den Blick der Anwesenden zunächst auf den mittelalterlichen Chor, dessen Gewölbeschluss mit kunstvoller Bemalung die Himmelssphäre andeutet. Besonderes Aufsehen erregte das spätgotische Sakramentshäuschen, ein filigran gearbeitetes Steingehäuse zur sicheren Aufbewahrung der heiligen Hostie – ein seltenes Zeugnis mittelalterlicher Frömmigkeitspraxis, das die Reformationszeit überdauert hat.
Den Mittelpunkt des Kirchenschiffs bildet der barocke Kanzelaltar, dessen weiß-golden gehaltene Fassung den schlichten Kirchenraum in besonderem Licht erstrahlen lässt. Die figuerliche Ausstattung entlang des Altaraufbaus nimmt den Betrachter mit auf eine theologische Reise: Szenen aus dem Alten und Neuen Testament sind hier zu einem bildgewaltigen Programm zusammengefügt, das einst der Erbauung einer weitgehend des Lesens unkundigen Gemeinde diente. Über allem thront der Auferstandene Christus – das beherrschende Symbol der lutherischen Heilsbotschaft, die seit der Reformation das Gemeindeleben prägt.
Diese Veranstaltung vereint historische Entdeckungen mit musikalischen Genüssen und bietet ein umfassendes Erlebnis, das alle Sinne anspricht. Kunst, Geschichte und Glaube werden in einem atmosphärischen Rahmen lebendig und die Besuchenden erhalten faszinierende Einblicke in die einzigartige Architektur und Symbolik der Johanneskirche zu Joditz. Die behutsam restaurierte Kirche präsentiert sich dabei als das, was sie über Jahrhunderte war und ist: ein Ort der Besinnung, der Gemeinschaft und der kulturellen Kontinuität.